Ein gezeichneter Bär kopfüber vor einem Sternenhimmel

Von A bis zzZ – Gute-Nacht-Geschichten in der Stadtbücherei Neustadt


Immer weniger Eltern lesen ihren Kindern vor. „Schade“, finden die Leiterinnen von Stadtbücherei und Volkshochschule – und stellen ein gemeinsames Projekt auf die Beine.


Von A bis zzZ – die Gute-Nacht-Geschichte in der Stadtbücherei
Wann: immer donnerstags ab 2. Mai um 16:33 Uhr
Wo: Kinderbuchecke in der Stadtbücherei Neustadt
Wer: Andrea Holzapfel liest Geschichten für Kinder ab 4 Jahren (kleinere Geschwisterkinder sind natürlich willkommen)
Die Gute-Nacht-Geschichte in der Stadtbücherei Neustadt ist kostenfrei, keine Anmeldung notwendig 


Ein Drittel aller Familien liest nicht mehr vor. So war es Ende März in einer Pressemitteilung des bayerischen Landesverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB LV Bayern) zu lesen. Den Hauptgrund hierfür sieht Alexandra Schreiner-Hirsch, Dipl. Sozialpädagogin und Leiterin des Projektes „Begleiteter Umgang“ im DKSB LV Bayern, vor allem in der gesellschaftlichen Entwicklung. „Viele Eltern haben einfach weniger Zeit.“ Hinzu käme die zunehmende Bedeutung sozialer Medien: „Es gibt Hörbücher, Youtube-Videos und sogar Apps, die als ein vermeintlicher Ersatz für das traditionelle Geschichtenerzählen innerhalb der Familie verstanden werden können.“

Heißt es also möglicherweise schon bald „Gute Nacht, Geschichte!“ anstelle von Gute-Nacht-Geschichte? Durch die Statistik des DKSB LV Bayern jedenfalls bestätigt sehen sich Brigitte Lindenstruth-Folwill, Leiterin der Stadtbücherei, und Andrea Holzapfel, Geschäftsführerin der vhs Neustadt a.d.Donau. Die beiden haben gemeinsam das Projekt „Von A bis zzZ – Gute-Nacht-Geschichten in der Stadtbücherei“ ins Leben gerufen, mit dem sie solchen Tendenzen zumindest ein Stück weit entgegenwirken wollen. 

Das Konzept: Ab 2. Mai können Kinder ab 16:33 Uhr in der Stadtbücherei Neustadt eine halbe Stunde lang einer spannenden Geschichte lauschen. Anschließend werden gemeinsam Bücher ausgewählt, die sich die Kinder für zuhause ausleihen und dort von den Eltern beim Zu-Bett-bringen vorlesen lassen dürfen. „Mit diesem Projekt wollen wir nicht nur Kindern ein schönes Angebot hier vor Ort in der Stadtbücherei machen, sondern vor allem auch Eltern wieder stärker dafür sensibilisieren, dass Vorlesen ein ganz wichtiger Zugang zu Sprache und dem Lesenlernen ist“, so Lindenstruth Folwill. Vorgelesen werden die Geschichten von der vhs-Leiterin, die selbst zwei Kinder hat und das Lesen ehrenamtlich übernimmt: „Brigitte Lindenstruth-Folwill hatte mir am Rande einer Besprechung erzählt, dass sie auf der Suche nach jemandem ist, der ein regelmäßiges Vorleseangebot in der Stadtbücherei gestalten würde. Damit ist sie bei mir sofort offene Türen eingerannt und gemeinsam haben wir dann entschieden, den klassischen Vorlesenachmittag etwas nach hinten zu verlegen, quasi als Einstieg für Eltern und Kinder in den Abend. Denn vor allem das Abendritual bietet Eltern und Kindern noch einmal ganz besonders viel Raum zum Austausch; Wünsche, Ängste oder besondere Erlebnisse äußern Kinder häufig erst in solch einem vertrauten Moment. Auch darauf wollen wir mit der Aktion noch einmal aufmerksam machen und würden uns freuen, wenn das ein oder andere Buch im Anschluss an unsere Geschichten mit nach Hause genommen wird.“ Welche Geschichten am 2. Mai den Anfang machen, will Holzapfel aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Es wird auf alle Fälle drachenstark.“

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